Ein Tag im Mini-Waki

Eins Zwei Drei Kinder kommt herbei

Ausgeschlafen und gefrühstückt treffen die Minis von Mittwoch bis Freitag im Waldkindergarten, begleitet von Mama, Papa, Oma oder Opa, ein.
Erst einmal ankommen. Inge und Beate sitzen schon beim Sandkasten und begrüßen die Kleinen. Gleich wird losgesandelt. Nach ein paar Minuten verabschieden sich die Erwachsenen schon und es wird nochmals kräftig zum Abschied gewunken. Wenn alle Kinder eingetroffen sind, geht es los.
Inge singt: eins zwei drei, Kinder kommt herbei, das spielen ist zu Ende, wir reichen uns die Hände. Und schon flitzen die Kleinen in den Morgenkreis direkt neben dem Sandkasten in einem kleinen von Zweigen umwobenen Pavillon mit Baumstämmen als Bank.
Alle sitzen im Kreis und schauen gespannt den Fingerspielen der Erzieherinnen zu. Es werden Gedichte und Geschichten erzählt, gesungen und gelacht. (Die Lieder und Geschichten haben auch immer einen Bezug zum jeweils im Waki angesagten Thema. ZurZeit sind es die vier Elemente: Erde, Feuer, Wasser und Luft. Die Kinder erfahren direkt was sie bedeuten.)

Nach der schönen Runde wird besprochen, wo man jetzt hinwandert. Zum selbst gesetzten Kartoffelacker, zur Waldhütte oder zu den nahe weidenden Schafen. Und bald sind alle wanderbereit und los geht's. 
Nach dem kleinen Ausflug sind alle schon ziemlich hungrig. Schnell werden alle Rucksäcke geholt und auf geht es zum Waldsofa.
Dann wird das Vesper ausgepackt. Was hat mir Mama heute eingepackt? Andächtig wird das leckere Essen verspeisst. Noch ein kleiner Blick beim Nachbarn was der dabei hat; vielleicht kann man ja tauschen! Nach dem Vesper wird am Waldsofa gebastelt. Die  Erzieherinnen haben große Fische ausgeschnitten, die jetzt mit kleinen von den Kindern selbst ausgeschnittenen Schuppen beklebt werden. Richtig schöne Regenbogenfische entstehen und die Kinder sind mächtig stolz auf ihre Arbeit. (Alles in Bezug auf das Thema die vier Elemente: Das Wasser)
Langsam löst sich der Kreis auf und die Kinder gehen zurück zur Hütte.

Dort spielen sie hinterm Haus mit einem großen mit Wasser gefüllten Eimer und lassen Holzhackschnitzel drin schwimmen und Blätter und beobachten die schwimmenden Schiffle. Schnecken werden gesammelt und auf einer Start-Ziel-Scheibe werden Rennen veranstaltet. Wer hat wohl die schnellste Schnecke? Es wird getobt gesprungen geklettert und geschaut. Bis alle ziemlich erschöpft zum Abschlusskreis gerufen werden.

Noch Mal singen und sich tschüss sagen. Bis morgen. Nach und nach werden alle Kinder abgeholt.
Stolz erzählen sie von ihren Erlebnissen und balancieren noch bis zum Auto auf dem Geländer fest an Mamas Hand.
Das war ein schöner Kindergartentag.

Martina R.

 

Bericht einer Praktikantin

Ich entschied mich für ein Schulpraktikum im Wald, weil ich mir nicht richtig vorstellen konnte, wie ein Kindergartentag bei den Waldameisen aussieht.

Da ich auch in meiner Verwandtschaft viele jüngere Cousinen habe, bin ich den Umgang mit Kindern bereits gewöhnt und interessiere mich daher besonders für diese Aufgabe. 

Mein Praktikum beim Waldkindergarten war toll! 

Die Kinder hatten immer viele interessante Ideen zum Spielen. Selbst als es einmal fast den ganzen Tag geregnet hat, hatten sie sich auf den Weg gemacht um Schnecken zu sammeln und dann ein Rennen zu veranstalten. Hier mussten die Schnecken die fast unendliche Strecke von 30 cm zurücklegen. Währendessen konnten andere Kinder an der Hütte Schnecken aus Knet formen und dabei ihre Fingerfertigkeit testen.

Ich hatte auch sehr viel Spaß mit den 2-jährigen Kindern. Mit diesen Minis, die von Mittwoch bis Freitag im Wald sind, war es ebenfalls sehr schön und ich konnte mich schnell mit ihnen anfreunden. Bewundernswert fand ich, wie die Erzieher auf die Ideen der Kinder eingehen. So hatte z.B. ein Kind die Idee zu einer nahe liegenden (selbstgebauten) Hütte zu wandern. Diese wurde dann von ihnen mit neuen Brettern verschönert. Selbstverständlich griffen die Kinder hier selber zu Hämmer und Nägeln und betrachteten stolz ihr neues Werk. 

Vergangenen Freitag war mein Praktikum im Wald leider schon zu Ende. Wir haben unser gewohntes Umfeld um die Hütte verlassen und sind in den Drachenwald gewandert. Dort haben wir gegessen und gemeinsam eine Kuscheltier-Schaukel gebaut.

Besonders gefallen hat mir auch, wie sorgfältig die Kinder mit der Natur und den Tieren umgehen. 

Ich hatte sehr viel Spaß bei den Waldameisen und möchte mich ganz herzlich für die unvergessliche Woche im Waldkindergarten und bei den Erziehern bedanken. 

Nele Weimper


Eltern erzählen ...

Mini-Waki: 

Jeden Mittwoch Morgen geht es morgens anders zu bei uns daheim, und dann kommt auch schon die Frage von Jiorjo: "Gehen wir in den Kindergarten?" Wenn ich das bejahe, freut er sich, hüpft und dreht sich um die eigene Achse, um dann alle aufzuzählen: "Da spielen wir mit Inge, Ruben ist da,  "Matz", also Max und Marian". Im Waldkindergarten angekommen ist der Abschied recht zügig, aber eher zum Leidwesen der Eltern, denn die Mama wird dann keines Blickes mehr gewürdigt, wenn die kleinen Zwerge mit Inge zusammen ihren Bollerwagen holen und in den Wald gehen.

Anfangs waren wir noch skeptisch, weil es doch recht kalt ist, aber die Kleinen sind gut angezogen, immer beschäftigt und sind immer wieder mal in der Hütte, um zu frühstücken, backen, malen, lesen oder sich einfach aufzuwärmen. Die Erzieher leisten ganze Arbeit und lassen sich immer neue  Aktivitäten einfallen. Von den Eltern waren wir auch positiv überrascht, wie vieles von ihnen organisiert und gemanagt wird. Man spürt, dass die gemeinsamen Aktivitäten und Veranstaltungen alle zusammenschweißen. Nach so kurzer Zeit, können wir nur sagen, dass wir uns wohlfühlen und es die richtige Entscheidung war, unseren Jiorjo im Waldkindergarten anzumelden.   

Als es an einem Tag zu stürmisch für den Waldkindergarten war und die Kinder auf den Kindergarten in die Schulstraße ausweichen mussten, fragte ich Jiorjo, als ich ihn abholte, wo es besser sei, in diesem Kindergarten oder im Wald. Wie aus der Pistole geschossen, kam von ihm: "Wald!".  

Katharina & Jiorjo


Waldkindergarten:

Also für Lennart ist der WAKI wirklich ein Geschenk! Nachdem sich mein Sohn zuvor im konventionellen Kindergarten überhaupt nicht wohl fühlte, hatten wir das Glück, einen Platz im WAKI erhalten zu haben. Lennart ging von Anfang an immer gerne in den WAKI (ohne morgendliches Geschrei und herzzerreißende Abschiedszeremonieen).

Das Kind ist seither ausgeglichen und robust. An Tagen, wenn kein Kindi ist, macht sich der Unterschied ganz deutlich bemerkbar und er weiß oft nicht wohin mit der überschüssigen Energie.

Das Schöne am WAKI ist, dass wir eine tolle, fast schon familiäre Gemeinschaft haben. Dem unermüdlichen und liebevollen Einsatz von Inge, Sigune und Sven haben wir es zu verdanken, dass sich unsere Kinder im WAKI super wohl fühlen, kindgerecht, gezielt und individuell gefördert werden und vor allem sehr liebevoll umsorgt sind.

Allein die Strapazen in der kalten Jahreszeit, wo alle Kinder mehrmals täglich umgezogen werden müssen verdient die größte Bewunderung und Anerkennung für die Erzieher!!!

Ebenso schön finde ich für die Kids die Naturverbundenheit mit dem Habitat Wald und seiner "Bewohner". Die üblichen Stressfaktoren herkömmlicher Kindergärten wie künstliches Licht oder die übermäßige Lärmbelästigung durch Kindergeschrei gibt es nicht an der frischen Luft, da keine Wände vorhanden sind, die den Schall reflektieren.

Nicht zuletzt werden unsere Kinder seltener krank, da sie einerseits besser abgehärtet sind und andererseits nicht ständig auf engem Raum zusammen, wo sich sonst Krankheitserreger besonders gut verbreiten können.

Alles in Allem ist der WAKI für uns ein kleines "Stück Zuhause" geworden und wir sind sehr dankbar für unseren Platz dort!

Anja & Lennart